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Das Château

Ich möchte Sie auf einen kleinen Spaziergang durch das Château La Tuilière  einladen, ganz ähnlich dem Tag meines Einstiegs in mein neues Leben.

Denn mit einem Besuch auf Château La Tailliere begann für mich eine neue Zeitrechnung. Folgen Sie mir in Gedanken über das Weingut kurz nach der Ernte, Mitte Oktober, an einem friedvollen vormittäglichen Wochentag. Die Sonne scheint mit ihrer unbändigen Kraft, selbst noch Ende Oktober. Es hat angenehme 28 Grad, wir tragen kurze Hosen und ein leichte Poloshirts. Vor uns liegt das Weingut, mit seinem herrschaftlichem Landhaus,  dem Gäste- und Arbeitshaus, dem Weinlager und natürlich seinen Weinbergen in hügeliger Landschaft, allesamt in bestem, liebevoll gepflegten Zustand.

Das heutige Château La Tuilière, ursprünglich im Jahre 1860 erbaute Weingut, liegt mit seinen 20 Hektar Grund und Boden im Herzen der Côtes de Bourg, nur wenige Autominuten von den Dörfern Bourg und Blaye entfernt. Der Weinkeller, die Lagerhallen, die Wohn- und Geschäftsgebäude sind in einem leichten Bogen von West nach Ost angelegt und befinden sich am Kopf des kleinen Hügels über den sich der Weinberg erstreckt. Am Fuß des Hügels schlängelt sich ein kleiner Bach mitten durch ein Wäldchen mit einem schönen Baumbestand. Der Blick vom Château auf den gegenüberliegenden Hügelverlauf lässt einem das Herz aufgehen und vermittelt eine angenehme innere Ruhe.
Auf dem Grundstück befindet sich ein Brunnen, der wie es scheint, noch gar nicht so lange von der malerischen, historischen Brunnenanlage in den Weinkeller verlegt wurde und mittlerweile mit moderner Technik betrieben wird.

Die Südausrichtung des Hügels und das im Vergleich zu anderen Weinregionen sehr gemäßigte Klima begünstigen das Wachstum des Weines auf rund 13,5 Hektar. Ebenso wie die hervorragende Bodenbeschaffenheit aus Lehm, Ton und Kalk. Die große Liebe die der bisherige Besitzer, Philippe Estournet, dem Weingut angedeihen ließ, ist allgegenwärtig. Allerneueste und älteste Keltereitechniken kommen hier zum Einsatz. Akribie in allen Facetten des Weinbaus, der Organisation, des Maschinenparks, der Weinberge. 20 Jahre detaillierte Aufzeichnungen über alle Erfahrungen und Vorgänge auf und um die Weinberge und des Weinguts, künden von der Liebe des ehemaligen Besitzers zum Wein und wohnen einer jeden Flasche inne.

Côtes de Bourg - Das Weinbaugebiet
Imposant ragen die Kreidewände zwischen Blaye und Bourg am Nordufer der Gironde auf. Der malerische Erdeinschnitt ist Beweis urzeitlicher Geschichte, als dieses Land noch am Grund eines tropischen Meeres lag. Kies und Sand landeinwärts künden ebenso vom Ur-Ozean, der kargen, Wasser undurchlässigen Boden hinterließ. Viele Nutzpflanzen können dort kaum überleben, ganz im Unterschied zum Wein, der diese Gegebenheiten innig liebt und seine Wurzeln tief hinab ins Erdreich schickt. Die Côtes de Bourg liegt am orthographisch rechten Ufer der Gironde und ist Teil der Weinbauregion Bordeaux. Die nach der Gemeinde Bourg benannte Appellation liegt rund 35 km und 30 Minuten Autofahrt nord-östlich der Stadt Bordeaux innerhalb des Departements Gironde. Auf der gegenüberliegenden Seite der Gironde, also nur einen Steinwurf entfernt, liegen die weltberühmten Appellationen Margaux und Paulliac. Die besten und teuersten Weine der Welt wie der Château Margaux, Château Mouton-Rothschild, Château Lafite-Rothschild oder der Château Latour, die in der Regel Flaschenpreise über 1.000 € erzielen, werden hier auf fast dem gleichen Boden gewonnen. Die Côtes de Bourg selbst verfügt über 3875 Hektar Rebfläche die sich auf 15 Gemeinden verteilen. Die durchschnittliche Größe eines Weinguts beträgt rund 8 Hektar. Seit den 1930er Jahren verfügt das Gebiet für den Rotwein den Qualitätsstatus Appellation d´Origine Contrôlèe (A.O.C.). Im Gegensatz zu anderen Gebieten im Bordelais ist die Appellation Hagel- und weitestgehend frostfrei.

Aquitanien - Bordeaux Weinbaugebiet an den Flüssen Gironde, Garonne und Dordogne Aquitanien liegt im Südwesten Frankreichs zwischen Gironde, Atlantik und den Pyrenäen. Die Region ist etwa so groß wie die Schweiz, Ihr Küstensaum am Atlantik misst etwa 270 km und wird wegen ihrer langen, schneeweißen Strände auch Silberküste genannt. In Aquitanien leben ca. 3,2 Mio. Einwohner. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt angenehme 15° was nicht zu letzt der mehr als 2000 Sonnenstunden im Jahr zu verdanken ist (München um 9,1°; Stuttgart im Kessel 10,8°). Der Boden besteht weitestgehend aus Kalk, Kies, Lehm und Sand was für den Weinanbau optimal ist, aber auch für Trüffel, Nüsse und Obst. So kommt neben den weltberühmten Bordeaux-Weinen auch der mindestens ebenso berühmte Périgord-Trüffel aus Aquitanien.
Weinbau wurde in Aquitanien schon seit dem 6. Jahrhundert vor Christus von den Griechen betrieben und wurde von den Römern ab dem ersten Jahrhundert nach Christus systematisiert. Die französische Weinkultur beginnt mit der kaiserlichen Anordnung Rebstöcke in ganz Gallien zu Pflanzen. Der später von seinen Soldaten erschlagene Kaiser Aurelius Probus im dritten Jahrhundert nach Christus gilt als Urheber. Aquitanien zählt heute zu den beliebtesten Urlaubsregionen Frankreichs.

Die Trauben
Merlot
| in Frankreich auch Petit Merle genannt. Der Name soll sich nach Überlieferungen von der Amsel (Merle) ableiten, da den Vögeln eine besondere Vorliebe für die Beeren dieser Rebsorte nachgesagt wird. Die Traube ist mittelgroß, die Beere ebenfalls, rundlich, von schwarzblauer Farbe, hat sehr saftiges Beerenfleisch und ist dünnschalig. Typische Eigenschaften der Merlot-Pflanze: Starkwüchsig, frühe Traubenreife, sehr hohe Erträge, sehr hoher Alkoholgehalt und die Säure nimmt mit zunehmender Reife schnell ab. Der gewonnene Wein ist dunkelrot, vollmundig, alkoholreich, nach 2-3 Jahren trinkreif. Der Merlot bringt im Cuvée Geschmeidigkeit, Rundung, Weichheit und Fülle an Blume, und leichten Johannisbeergeschmack. Ist für den Ausbau im Holzfass geeignet.

Cabernet Sauvignon | in Frankreich auch Bidure, Machoupet oder Petite Vidure genannt. Schon im 13. und 14. Jahrhundert wurden Cuvée mit Cabernet Sauvignon von den englischen und aquitanischen Höfen bevorzugt. Sie haben den Wein- und Rebenexport Frankreichs nach allen Erdteilen begründet. Auch einer der Söhne von Montesquieu (franz. Philosoph) beschrieb die Rebe als vollkommen. Die Traube wie die Beere ist klein bis mittelgroß, rund und von tiefschwarzer Farbe. Typische Eigenschaften der Pflanze: Sehr hohe Ertragssicherheit, sehr Widerstandsfähig gegen Trockenheit, aufrechter Wuchs, spät austreibend dennoch sehr frühe Traubenreife. Der gewonnene Wein ist tief rot und außergewöhnlich streng. Der Cabernet-Sauvignon bringt im Cuvée große Vielfalt in Körper und Bouquet, Veilchen, grüne Paprika und einen hohen Tanningehalt. Er bringt dem Cuvée die Fähigkeit lange zu Lagern. Ist für den Ausbau im Holzfass geeignet.

Malbec | in Frankreich auch Pressac, Auxerrois oder Cot genannt. Lieferte in der Zeit vor der Reblaus die weltberühmten "schwarzen Weine von Cahors" (Zwischen 1865 und 1885 zerstörte die Reblaus große Teile der französischen Weinanbaugebiete, die erst 1850 nach der Mehltaukrise durch neue Reben aus Amerika ersetzt worden waren). Heute nur noch selten zu finden ist der Malbec ein Alleinstellungsmerkmal. Die Trauben sind mittelgroß, die Beeren hingegen klein, schwarz, rund, wenig saftig und verfügen über eine sehr dicke Schale. Die Pflanze treibt früh aus und auch die Reife ist früh. Allerdings ist der Malbec auch die Diva unter den Weinen denn er ist sehr frost- und verrieselungsanfällig, ebenso empfindlich gegen Krankheiten und benötigt daher liebevolle und intesive Pflege. Er bringt dem Cuvée seine unglaubliche Farbtiefe und runde ausgewogene, milde Tanninstrukturen und eine Spur Lakritz.